Erhöhung des Eigenverbrauchs

>> Solarstromspeicher erhöhen den Eigenverbrauch eines Haushaltes indem sie die tagsüber erzeugte elektrische Energie aufnehmen und bedarfsgerecht bereitstellen. Bereits mit einem kleinen Speichersystem kann der Eigenverbrauch vieler Haushalte auf über 50% gesteigert werden.

Eine wesentliche Herausforderung der vermehrten Integration erneuerbarer Energieträger in unser Stromnetz besteht darin, dass Erzeugung und Verbrauch oft zeitlich nicht zusammenfallen. Regenerativ erzeugte Energie muss daher häufig von der Erzeugungsstelle über weite Distanzen bis zu einem Verbraucher transportiert werden, was mit Verlusten verbunden ist und die Stromnetze stark belasten kann [1].

Privat betriebene Photovoltaik-Anlagen erzeugen ihre größte Leistung in der Mittagszeit, während die Bewohner der Haushalte häufig nicht zu Hause sind um ihren Strom selbst zu nutzen. Ein kombiniertes PV-Speichersystem kann den Teil des erzeugten Solarstroms der tagsüber nicht direkt verbraucht wird in chemische Energie umwandeln und lokal speichern. Abends, wenn die lokale Haushaltslast die Erzeugung der PV-Anlage übersteigt wird die Solarbatterie wieder entladen und versorgt den Haushalt nachhaltig mit selbst erzeugtem PV-Strom. Auch wirtschaftlich kann die vorrangige Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom anstelle einer Einspeisung in das allgemeine Stromnetz in Zukunft einen wichtigen Faktor von dezentralen PV-Anlagen darstellen:

Die Einspeisevergütung von PV-Strom sinkt jährlich schneller als bei jeder anderen erneuerbaren Energiequelle. Anlagen mit Nennleistungen kleiner als 10 kW, die im Juli 2014 in Betrieb genommen wurden, erhalten nur noch eine Vergütung von 12,88 ctpro eingespeister Kilowattstunde Strom zugesichert [2]. Gleichzeitig steigen die Endkundenpreise für Strom in Deutschland kontinuierlich an. In den letzten 15 Jahren stiegen die Strompreise für Endverbraucher durchschnittlich von 17,11 ct/kWh auf 28,84 ct/kWh an. Dies entspricht einer Bruttopreissteigerung von insgesamt 68,6% bzw. 3,54% pro Jahr [3]. Dieser Trend könnte sich auch über die nächsten Jahre fortsetzen. 

PV-Speicher ermöglichen es den Betreibern von Photovoltaikanlagen, sich von der Preisgebung der Versorger unabhängig zu machen und sich so wirksam vor eventuellen Mehrkosten abzusichern. Darüber hinaus kann eine größere Selbstständigkeit in der Stromversorgung mehr als nur wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. So können viele Solarstromspeicher im Fall eines Stromausfalls die Versorgung wichtiger Geräte wie zum Beispiel Server oder Kühlgeräte aufrechterhalten.

 

Quellen

[1] H. Predki: System- und Marktintegration von Photovoltaik-Anlagen durch dezentrale Stromspeicher? – Eine Analyse der technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Leuphana Schriftreihe Nachhaltigkeit & Recht Nr. 5, Lüneburg 2013

[2] EEG-Vergütungssätze für PV-Anlagen, in: Photovoltaikanlagen: Datenmeldungen sowie EEG-Vergütungssätze. Bundesnetzagentur.

[3] BDEW-Strompreisanalyse November 2013 Haushalte und Industrie, Berlin, 20. November 2013